Kriterien zur Auswahl
Viele Kitesurfer stehen immer wieder vor der schwierigen Entscheidung: Welches Kiteboard ist für mich das beste Board? Hier geben wir einige Tipps zur Auswahl, damit die Entscheidung leichter fällt. Fahrkönnen, Gewicht und der Stil, den ihr fahren wollt, führen jeweils zu einem anderen Board. Wer lieber ein paar kurze Fragen beantwortet, statt den ganzen Beitrag zu lesen, nutzt unseren Board Finder.
Einsatzgebiet
Generell kann man einmal unterscheiden zwischen Twintip-Kiteboards, Directional-Kiteboards und Foilboards. Wie der Name schon sagt, sind die Twintips in beide Richtungen zu fahren, das heißt sie sind in beide Fahrtrichtungen symmetrisch aufgebaut. Die Directionals sind nur in eine Richtung zu fahren, in der Regel werden sie als Strapless-Variante, also ohne Pads und Straps gefahren. Ein Foilboard trägt einen Hydrofoil unter dem Rumpf und hebt den Fahrer über die Wasseroberfläche, deshalb funktioniert es noch bei Wind, bei dem jedes andere Board am Strand bleibt.
Bleiben wir zuerst einmal bei den bidirektionalen Kiteboards. Man unterscheidet
- Schulungsboards
- Einsteiger
- Freerideboards
- Freestyle- bzw. Wakestyleboards
- Big Air Boards
- Leichtwindboards
Kiteboards im Überblick
Die Tabelle zeigt, welches Board zu welchem Einsatzbereich passt. Die Details stehen weiter unten.
| Einsatzbereich | Fahrerlevel | Woodboard-Modell | Was es ausmacht |
|---|---|---|---|
| Schulung / Kiteschule | Erste Sessions | BEAM | Große Fläche, gutmütig, leicht zu besteigen |
| Einsteiger | Anfänger bis Fortgeschrittene | BEAM | Konkave und Venturi-Kanäle, läuft früh Höhe |
| Freerideboards | Fortgeschrittene | CHAME | Allrounder für alle Bedingungen |
| Freeride / Freestyle | Fortgeschrittene bis Ambitionierte | CRBN | Carbon, steifer, mehr Pop |
| Freestyle- bzw. Wakestyleboards | Fortgeschrittene, unhooked | TRASH | Mehr Rocker, starker Pop, Doppelkonkave |
| Big Air / Airstyle | Fortgeschrittene | CRBN LITORAL | Tiefe Kanäle, hält die Kante, weiche Landungen |
| Leichtwind | Alle Level | BEAM | Venturi-Kanäle statt zusätzlicher Fläche |
| Strapless / directional | Fortgeschrittene bis Ambitionierte | AKTAIA | Strapless Freestyle, Carbon über Schaumkern |
| Foil | Fortgeschrittene bis Ambitionierte | STORK | Kompaktes Board mit Holzkern, 103 x 43 cm |
Schulungsboards
Boards für die Schulung sind etwas größer als normale Boards, da der Anfänger bei den ersten Startversuchen eher wie auf einen Sessel steigt und nicht dynamisch angleitet. Da bieten etwas größere Boards mehr Widerstand und der Start gelingt schneller. Da der Start aber recht schnell dynamisch gelingt, macht der Kauf eines Schulungsboards (über 145 cm Länge) für den privaten Gebrauch unserer Meinung nach keinen Sinn. Kann man mal den Start, überwiegen die Nachteile eines großen Boards.
Gute Schulungsboards sind das Duotone Spike SLS und das Woodboard BEAM in der größten Größe, 143 x 42,5 cm.
Anfänger- bzw. Einsteigerboards
Das Anfänger- bzw. Einsteigerboard sollte zumindest eine einfache Konkave haben, jedenfalls auf der Lauffläche nicht flach sein. Ist die Lauffläche flach, dann neigt das Board dazu, sich im Wasser festzusaugen. Man hat das Gefühl das Board bremst, dreht schlecht, man ermüdet schnell und jeder gefahrene Meter wird zur Qual. Abgesehen von der Konkave braucht ein Einsteiger-Kiteboard keine Channels.

Gute Anfänger- bzw. Einsteigerboards, die sich am Markt bewährt haben, sind das Duotone Gonzales und das Woodboard BEAM. Das BEAM gibt es in 135, 138 und 143 cm, es wächst also mit: Man lernt auf der großen Größe und bleibt auf demselben Board, sobald man sicher Höhe läuft. Welche Größe passt, hängt vor allem vom Gewicht ab, das erklären wir in unserem Beitrag zur richtigen Kiteboard-Größe.
Freeride Kiteboards
Freerideboards sollten Channels haben, das sind Profilierungen an der Lauffläche, die das Wasser führen. Unterschiedliche Hersteller realisieren das mit unterschiedlichen Konzepten. Manche positionieren die Kanäle entlang der Board-Längsachse, was dem Board einen schönen Geradeauslauf und eine mitteilsame Kante verleiht, andere bringen die Kanäle derart an, dass das Wasser im Kanal beschleunigt wird und das Board so die Auftriebskräfte des beschleunigten Wassers generiert. Die Folge ist mehr Höhelaufen, ein besseres Low End und ein looses Gefühl an den Fußsohlen. Dieses Konzept basiert auf den Erkenntnissen der Physiker Bernoulli und Venturi, man kennt das Phänomen als Venturi-Effekt. Wie die verschiedenen Shapes arbeiten, steht in unserem Beitrag über die Welt der Kiteboard-Channels.

Gute Freerideboards, die sich am Markt bewährt haben, sind das Duotone Select, das Woodboard CHAME und das Woodboard CRBN. Beide Woodboards verfügen über ein Venturi-Unterwasserdesign. Das CHAME ist der Allrounder für alle, die ein Board für alles wollen. Das CRBN ist in Carbon gebaut und reagiert direkter, was sich bemerkbar macht, sobald man zu springen beginnt. Wer die schärfste Auslegung dieses Konzepts sucht, schaut sich das CRBN 2026 an.
Freestyle und Wakestyle Kiteboards
Freestyle- bzw. Wakestyleboards haben im Wesentlichen drei Aufgaben: den Kite in der Mitte des Windfensters zu halten, einen guten Pop beim Absprung bereitzustellen und für eine richtungsstabile Landung zu sorgen. Durch mehr Banane (stärkere Biegung) wird mehr Widerstand erzeugt und somit verhindert, dass der Kite an das Windfenster fliegt.
Der gute Pop entsteht durch die Konstruktion und die Materialauswahl, speziell geformte Kanäle an den Tips erhöhen den Quer-Abdrift-Widerstand beim Absprung und eine Doppelkonkave sorgt für weiches Aufsetzen bei der Landung.


Gute Freestyle- bzw. Wakestyleboards, die sich am Markt bewährt haben, sind das Duotone TS Freestyle SLS sowie das Woodboard TRASH.
Big Air Kiteboards
Für die wirklichen Big-Air-Enthusiasten werden am Markt spezielle Big Air Boards angeboten. Gehen die Sprünge mal über 15 Meter, macht es auch Sinn, sich ein solches Board zuzulegen. Woodboard bietet dafür das CRBN LITORAL an, ein reinrassiges Board für Big Air und Airstyle. Die stark ausgeprägten Kanäle halten das Board auch bei extremen Bedingungen konsequent auf der Kante, um beim Verlassen des Kickers die in der Leinenspannung gespeicherte Energie in Höhe umzusetzen. Die Doppelkonkave nimmt schnellen Landungen den Schlag, und genau das ist der Unterschied zwischen zwei Sprüngen und einer ganzen Session. Gebaut ist es in Vollcarbon auf einem Kern aus Paulownia und Buche, erhältlich in 133, 135, 138 und 141 cm.
Für „normales“ Load & Pop braucht ein solches Board etwas Eingewöhnung, es ist für starken Wind und Sprünge über einen Wellenkicker ausgelegt. Nichts für den Durchschnittsfahrer, aber Big-Air-Rider berichten von bis zu 20 % mehr Höhe bei gleicher Sprungtechnik.

Gute Big Air Boards, die sich am Markt bewährt haben, sind das Carved Imperator Pro sowie das Woodboard CRBN LITORAL. Beide haben wir zusammen mit dem Lieuwe Falcon in drei der aktuell besten Kiteboards am Markt verglichen.
Leichtwind Kiteboards
Es gibt zwei Konzepte, um am Low End ins Gleiten zu kommen. Man erhöht die Auftriebsfläche, indem man größere Boards verwendet, oder man beschleunigt das Wasser unter dem Board. Größere Boards haben eine größere für die Auftriebskraft wirksame Fläche und gleiten somit schneller an. Ältere Kiter erinnern sich an die Doors, die man früher bei Leichtwind verwendet hat.
Die haben aber auch einen wesentlichen Nachteil: Je größer das Board wird, umso flacher und höher liegt es im Wasser. Der geringere Winkel zur Ebene verringert wieder die Auftriebsfläche und macht den Vorteil der Größe zum Teil wieder zunichte. Übrig bleiben die Nachteile wie mehr Spray und mehr Schläge durch den Chop, da das Board über die Wellen fährt und nicht hindurch.
Das andere Konzept am Low End ist es, durch sich verjüngende Kanäle das ablaufende Wasser zu beschleunigen und dadurch mehr Auftrieb zu generieren. Dieses Konzept basiert auf den Physikern Bernoulli und Venturi, bekannt als Venturi-Effekt.
Bei einem Leichtwindboard-Test des deutschen Kite-Magazins hat sich das erste Woodboard mit Venturi-Design in der Größe 135 cm gegen alle Konkurrenten durchgesetzt, die deutlich größere Boards zum Test schickten.
Den Test findet ihr auf unserer Media-Seite!
Gute Leichtwindboards, die sich am Markt bewährt haben, sind das Core Fusion 5 LW sowie das Woodboard BEAM in 143 cm. Wird der Wind noch schwächer, ist ein Foilboard die bessere Antwort, siehe unten.
Directional- und Strapless-Boards
Ein Directional wird nur in eine Richtung gefahren, in den meisten Fällen ohne Straps. Die Standposition zeigt zur Nose, und bei jeder Wende wechselt man die Füße, so wie ein Surfer. Das macht es zur natürlichen Wahl in der Welle, und im Flachwasser ist es für Strapless Freestyle genauso beliebt geworden.
Unsere Antwort in dieser Kategorie ist das AKTAIA in 4'8''. Es ist mit Carbonlagen über einem druckfesten Vertex-Schaumkern gebaut, bleibt dadurch leicht genug für einen Board Off, und sein 3D-Shape trägt denselben sich verjüngenden Venturi-Kanal wie unsere Twintips, dazu eine Doppelkonkave für weiche Landungen. Bestellbar ist es mit Pads oder als R2R mit Pads und Finnen. Die ganze Entwicklung haben wir in diesem Beitrag zum AKTAIA beschrieben. Ein Strapless-Board verlangt mehr Technik als ein Twintip, die meisten Fahrer kommen deshalb nach den ersten Saisonen dazu, nicht davor.
Foilboards
Ein Foilboard hebt den Fahrer über die Oberfläche, sobald der Hydrofoil genug Auftrieb erzeugt. Weil der Rumpf das Wasser verlässt, fällt der Widerstand fast weg, und man fährt bei Wind, der jedes Twintip am Strand lassen würde. Wer an Seen kitet oder in einer Region mit unzuverlässigem Wind, macht aus unfahrbaren Tagen Sessions.
Das STORK ist unser Foilboard: 103 x 43 cm, 7 Liter, 2,8 kg, gebaut in 3D-Fiberglas über einem Holzkern. Der konvexe Rumpf reduziert den Widerstand und macht den Wasserstart einfacher, der steife Aufbau sorgt für ein skateähnliches Gefühl bei voller Kontrolle über den Kite. Es passt auf SABFOIL und die meisten anderen Hydrofoils mit 140 x 90 mm oder 165 x 90 mm Aufnahme, Straps sind optional. Der Foil selbst ist nicht im Lieferumfang. Foilen ist eine eigene Disziplin, plant also ein paar Sessions für die Eingewöhnung ein.
Material und Konstruktion
Shape und Einsatzbereich entscheiden, wie ein Board fährt. Die Konstruktion entscheidet, wie lange es das tut. Unsere Twintips sind auf einem Holzkern gebaut, daher kommt der Name. Holz führt den Flex Saison für Saison in seine Ausgangsform zurück, es dämpft den Chop, statt ihn an die Knie weiterzugeben, und es lässt sich reparieren statt ersetzen. Je nach Einsatzbereich wählen wir das passende Laminat darüber, von Fiberglas beim BEAM bis Vollcarbon beim CRBN LITORAL. Gefertigt wird jedes Board in Europa. Wen diese Seite eines Boards interessiert, liest weiter bei den Qualitätskriterien für Kiteboards und bei Kiteboards und Nachhaltigkeit.
Die Boardgröße als Entscheidungskriterium
Die Boardgröße ist in erster Linie abhängig vom Gewicht des Fahrers. Als grober Rahmen: Die meisten Fahrer liegen zwischen 130 und 150 cm, das Verhältnis von Länge zu Breite beträgt etwa 3,3 zu 1. Die vollständige Tabelle mit der empfohlenen Länge für euer Gewicht steht in unserem Blogbeitrag zur richtigen Kiteboard-Größe für Einsteiger und Aufsteiger.
Häufige Fragen
Ein Einsteigerboard braucht mindestens eine einfache Konkave auf der Lauffläche, genug Fläche zum frühen Angleiten und einen weichen Flex. Das Woodboard BEAM deckt das in 135, 138 und 143 cm ab, und es trägt weiter, sobald man Höhe läuft und die ersten Sprünge macht.
Ein Twintip ist symmetrisch und lässt sich in beide Richtungen fahren, die Standposition bleibt gleich. Ein Directional wird mit der Nose voran in eine Richtung gefahren, meist strapless, und man wechselt bei jeder Wende die Füße. Twintips sind leichter zu lernen, Directionals sind die Wahl in der Welle und für Strapless Freestyle.
In der ersten Saison nicht. Eine einfache Konkave reicht, um Höhe zu laufen, und hält das Board berechenbar. Channels zahlen sich aus, sobald man schneller fährt und härter auf die Kante geht, weil sie das Wasser unter dem Board beschleunigen und zusätzlichen Auftrieb erzeugen. Genau diese sich verjüngenden Venturi-Kanäle lassen unsere Boards trotz moderater Größe früh angleiten.
Das Fahrergewicht ist der wichtigste Faktor, Fahrstil und durchschnittlicher Wind verschieben das Ergebnis um eine Größe. Die meisten Fahrer liegen zwischen 130 und 150 cm, das Verhältnis von Länge zu Breite sollte etwa 3,3 zu 1 betragen. Die Tabelle mit der empfohlenen Länge pro Gewicht steht in unserem Beitrag zur richtigen Kiteboard-Größe.
Ein Big-Air-Board braucht tiefe Kanäle, um die Kante zu halten, eine steife Konstruktion für die Leinenspannung und eine Doppelkonkave für schnelle Landungen. Das CRBN LITORAL ist genau dafür gebaut, und es lohnt sich ab dem Moment, in dem die Sprünge konstant hoch werden.
Ja. Im Woodboard Testcenter lassen sich unsere Boards vor der Entscheidung fahren. Wer schon weiß, wonach er sucht, kommt mit dem Board Finder in wenigen Fragen zum passenden Modell, und die gesamte Range steht im Kiteboard-Shop.
Zuletzt aktualisiert am 31. August 2026