Qualitätskriterien für Kiteboards

Konstruktion und Materialien

Grundsätzlich gilt, dass ein Kiteboard einen Holzkern haben sollte. Kiteboards mit einem sogenannten stabverleimten Holzkern sind angenehmer zu fahren, schlucken Vibrationen, haben eine definierte Impulsantwort und sind viel haltbarer als Boards mit einem Schaumkern. Hersteller die Holzkerne verwenden, zeigen den in der Regel auch. Das Holz wird in das Board Design integriert, man sieht es von außen. Eine Ausnahme dabei bilden die Carbon Boards, da Carbon nicht durchsichtig ist und ein Holzkern dadurch von außen nicht sichtbar ist. Hier kann man nur den Angaben der Hersteller vertrauen.

Qualitätskriterien für Kiteboards

In ein Kiteboard kann man nicht hineinsehen. Deshalb ist es manchmal schwer, die Qualität von außen zu beurteilen. Hier stellen wir einige Informationen bereit, wie man dennoch die Qualität von  Kiteboards beurteilen kann:

Kernmaterial

Das Kernmaterial sollte Holz sein. Das sieht man von außen, wenn die Holzoptik in das Design integriert ist. Achtung, genau schauen, ob sich die Holzmaserung periodisch wiederholt, das wäre ein Anzeichen dafür, dass die Holzoptik geruckt ist und es sich nicht um einen echten Holzkern handelt.

Der Holzkern darf „bunt“ sein. Holzfärbungen von hellgelb bis braun sind normal und machen den besonderen Eindruck des Werkstoffes Holz aus. Geht es in die bläuliche Richtung deutet das auf Blaufäule hin, einen Schimmelpilz der durch zu hohe Feuchtigkeit bei der Holzlagerung entsteht. Außer dass es nicht schön anzusehen ist, handelt es sich dabei um einen „Holzfehler“ Hände weg!

Bild: Beispiel für perfekte Verarbeitung

Seitenwange

Die Seitenwange eines Kiteboards ist aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) und muss rund umlaufend das ganze Kiteboard nach innen abdichten. An irgendeiner Stelle muss die Seitenwange einen Spalt aufweisen, dort ist der Beginn und das Ende. Dieser Spalt darf maximal 0,1 mm betragen und muss gut mit Kleber gefüllt sein. Ist der Spalt größer, beispielsweise mehr als 1mm ist die Verarbeitung nicht hochwertig und es besteht die Gefahr, dass irgendwann Wasser eindringt.

Ebenso muss an den Bohrungen für die Finnen eine ABS Abdichtung vorhanden sein.

Flächen

Die Flächen dürfen keine Dellen, Blasen oder Unebenheiten aufweisen, ausgenommen natürliche den von den Herstellern bewusst gesetzten Channels.

Seriennummer

Eine ins Board gefräste Seriennummer ist immer ein Hinweis auf ein Qualitätsbewusstsein des Herstellers, möglicherweise auch eines Qualitätsmanagementsystems, was die Rückverfolgbarkeit der Boards bis zum verbauten Material und dem Lieferanten ermöglicht.

 

Spaltbreiten

Zwischen Holzkern und ABS Seitenwange sollte kein oder ein sehr kleiner Spalt sein. Ein kleiner Spalt steht für passgenaues arbeiten, ähnlich der Spaltbreite in der Autoindustrie. Ist die Spaltbreite wenige Zehntel, ist das Board hochwertig verarbeitet. Ist die Spaltbreite so um 1mm oder größer, ist das ein Zeichen von unsauberer Arbeit, zu hohen Toleranzen. Häufig kommt es dann zu Lufteinschlüssen, die sich in der Hitze anders ausdehnen wie das umliegende Kernmaterial und irgendwann zu Schäden führt. dehnt sich in der Hitze aus und das führt irgendwann zu Schäden.

 

Symmetrie

Das Board darf nicht verzogen sein. Mit einer einfachen Prüfung kann man das kontrollieren: Man legt das Board mit der gekrümmten Fläche nach oben und kontrolliert, ob alle 4 Tips auf der Unterlage aufliegen. Ist dies nicht der Fall, ist das Board verzogen und sollte nicht gekauft werden.

 

Gewebe und Verarbeitung

Die Herausforderung für den Kiteboard Hersteller ist es, die verwendeten Glasmaterialien gut mit Kleber zu durchtränken und andererseits keine Bereiche mit Kleberüberschüsse zu produzieren. Schlecht- oder nicht durchtränkte Stellen zeichnen sich an den Kiteboards als weiße Stellen im Gewebe ab, Bereiche mit zu viel Kleber erkennt man daran, dass das Gewebe nicht mehr durchscheint.

Bild: so sollte es nicht aussehen!

Ist ein Kiteboard vollflächig mit einer Grafik bedruckt, kann man viele der Qualitätskriterien nicht mehr erkennen. Verzichtet ein Hersteller auf vollflächigen Druck, ist das in der Regel ein Zeichen, höchster Herstellungsqualität und Vertrauen in die eigene Produktionsqualität. Man würde ja jeden Fehler sofort sehen!

Viel Erfahrung und das Herstellungsverfahren sind für den Erfolg ausschlaggebend.