Welches Kiteboard ist das Beste für mich?

Kriterien zur Auswahl

Viele Kitesurfer stehen immer wieder vor der schwierigen Entscheidung: Welches Kiteboard ist für mich das beste Board? Hier geben wir einige Tips zur Auswahl, damit die Entscheidung welches Kiteboard für Euch das Richtige ist, leichter fällt.

Einsatzgebiet

Generell kann man einmal unterschieden zwischen Twintip-Kiteboards und Directional-Kiteboards. Wie der Name schon sagt, sind die Twintips in beide Richtungen zu fahren, das heißt sie sind in beide Fahrtrichtungen symmetrisch aufgebaut. Die Directionals sind nur in eine Richtung zu fahren, in der Regel werden sie als Strapless-Variante, also ohne Pads und Straps gefahren.

Bleiben wir zuerst einmal bei den bidirectional Kiteboards.

Man unterscheidet

  • Schulungsboards,
  • Anfänger- bzw. Einsteigerboards
  • Freerideboards,
  • Freestyle- bzw. Wakestyleboards,
  • Big Air Boards und
  • Leichtwind Boards

Schulungsboards

Boards für die Schulung sind etwas größer als normale Boards, da der Anfänger bei den ersten Startversuchen eher wie auf einen Sessel steigt und nicht dynamisch angleitet. Da bieten etwas größere Boards mehr Widerstand und der Start gelingt schneller. Da der Start aber recht schnell dynamisch gelingt, macht der Kauf eines Schulungsboards (über 145 cm Länge) für den privaten Gebrauch (nicht Schulung) unserer Meinung nach keinen Sinn. Kann man mal den Start, überwiegen die Nachteile eines großen Boards.

Gute Schulungsboards sind das Duotone Spike (ca. 700 €) und das Woodboard Beam (ca. 400 €)

Anfänger- bzw. Einsteigerboards

Das Anfänger- bzw. Einsteigerboard sollte zumindest eine einfache Konkave haben, jedenfalls auf der Lauffläche nicht flach sein. Ist die Lauffläche flach, dann neigt das Board dazu, sich im Wasser festzusaugen. Man hat das Gefühl das Board bremst, dreht schlecht, man ermüdet schnell und jeder gefahrene Meter wird zur Qual. Abgesehen von der Konkave braucht ein Einsteiger Kiteboard keine Channels.

Gute Anfänger- bzw. Einsteigerboards die sich am Markt bewährt haben sind das Duotone Gonzales (ca. 500 €) und das Woodboard Beam (ca. 400 €)

Freerideboards

Freerideboards sollten Channels haben, das sind Profilierungen an der Lauffläche, die das Wasser führen. Unterschiedliche Hersteller realisieren das mit unterschiedlichen Konzepten. Manche positionieren die Kanäle entlang der Board Längsachse, was dem Board einen schönen Geradeauslauf und eine mitteilsame Kante verleiht, andere bringen die Kanäle derart an, dass das Wasser im Kanal beschleunigt wird und somit das Board die Auftriebskräfte des beschleunigten Wassers generiert. Die Folge ist mehr Höhelaufen, ein besseres Low End und ein looses Gefühl an den Fußsohlen. Diese Konzept basiert auf den Erkenntnissen der Physiker Bernulli und Venturi, man kenn das Phänomen als Venturi-Effekt. Die am Markt bekannten Board mit Ventueri Effekt sind das Woodboard Chame und das Schwesterboard CRBN im gleichen Shape nur in Carbon.

Gute Freerideboards die sich am Markt bewährt haben sind das Duotone Select (ca. 680 €), das Woodboard Chame (ca. 500 €) und das Woodboard CRBN (ca. 550 €). Beider Woodboards verfügen über ein Venturi-Unterwasserdesign.

Freestyle- bzw. Wakestyleboards

Freestyle- bzw. Wakestyleboards haben im Wesentlichen drei Aufgaben: Den Kite in der Mitte des Windfensters zu halten, einen guten Pop beim Absprung bereitzustellen und für eine richtungsstabile Landung zu sorgen. Durch mehr Banane (stärkere Biegung) wird mehr Widerstand erzeugt und somit verhindert, dass der Kite an das Windfenster fliegt. Der gute Pop entsteht durch die Konstruktion und die Materialauswahl, speziell geformte Kanäle an den Tips erhöhen den Quer-Abdrift-Widerstand beim Absprung und eine Doppelkonkave sorgt für weiches Aufsetzen bei der Landung.

Gute Freestyle- bzw. Wakestyleboards die sich am Markt bewährt haben sind das Duotone Team Series (ca. 800 €) sowie das Woodboard Trash (ca. 550 €).

Big Air Boards

Für die wirklichen Big Air Enthusiasten werden am Markt Big Air Board angeboten. Gehen die Sprünge mal über 15 Meter, macht es auch Sinn, sich ein spezielles Big Air Board zuzulegen. Hier bietet die Fa. Woodboard ein reinrassiges BIG Air Board an. Schon beim ersten Hinsehen fällt auf, dass das Board mit einem ausgeprägten Kiel ausgestattet ist. Der Kiel sorgt für extrem weiche und richtungsstabile Landungen, auch aus großer Höhe mit hoher Vertikalgeschwindigkeit. Die stark ausgeprägten Kanäle halten das Board auch bei extremen Bedingungen konsequent auf der Kante um beim Verlassen des Kickers die in der Leinenspannung gespeicherte Energie in Höhe umzusetzen. Das Board ist für „normales“ Load & Pop nicht geeignet, jedoch perfekt für starken Wind und Sprünge über einen Wellenkicker. Nichts für den Durchschnittsfahrer, aber Big Air Rider berichten von bis zu 20% mehr Höhe bei gleicher Sprungtechnik wie mit anderen Boards.

Gute Big Air Boards die sich am Markt bewährt haben sind das Carved Imperator (ca. 1.250 €) sowie das Woodboard Basalt BIG Air (ca. 750 €)

Leichtwindboards

Es gibt zwei Konzepte, um am Low End ins Gleiten zu kommen. Man erhöht die Auftriebsfläche indem man größere Boards verwendet, oder man beschleunigt das Wasser unter dem Board. Größere Boards haben eine größere für die Auftriebskraft wirksame Fläche und gleiten somit schneller an. Ältere Kiter erinnern sich an die Doors, die man früher bei Leichtwind verwendet hat. Die haben aber auch einen wesentlichen Nachteil. Je größer das Board wird, umso flacher und höher liegt es im Wasser. Der geringere Winkel zur Ebene verringert wieder die Auftriebsfläche und macht den Vorteil der Größe zum Teil wieder zunichte. Übrig bleiben die Nachteile wie mehr Spray, mehr Schläge durch den Chop, da das Board über die Wellen fährt und nicht hindurch.

Das andere Konzept am Low End ist es, durch dich verjüngende Kanäle das ablaufende Wasser zu beschleunigen und dadurch mehr Auftrieb durch diese höhere Geschwindigkeit zu generieren. Dieses Konzept basiert auf den Physikern Bernulli und Venturi, bekannt auch als der Ventueri-Effekt.

Bei einem Leichtwindboard Test des Deutschen Kite-Magazins hat das erste Woodboard mit Venturi Design in der Größe von 135 cm gegen alle Konkurrenten die deutlich größere Boards zum Test schickten, durchgesetzt.

https://woodboard.at/media/

Gute Leichtwind Boards die sich am Markt bewährt haben sind das Core Fusion LW (ca. 950 €) sowie das Woodboard Beam 143 (ca. 400 €)

Die Boardgröße als Entscheidungskriterium

Die Boardgröße ist in erste Linie abhängig vom Gewicht des Fahrers. Siehe dazu unseren Blogbeitrag

https://woodboard.at/richtige-kiteboard-grose-fur-einsteiger-und-aufsteiger/